Cancer-Fighters

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Foto: Jens Peter Mohr


Artikel: Norddeutsche Rundschau

Gemeinsam gegen den Krebs

US-Amerikaner Fred Dickson will seine Aktivitäten nach Deutschland ausweiten

Von Marc Thaden

Brunsbüttel - Transatlantischer Besuch im Brunsbütteler Krebsberatungszentrum Westküste: Fred Donald Dickson Jr. aus dem US-amerikanischen Baltimore hat den Krebs überlebt, engagiert sich in seiner Heimat für die Krebshilfe - und ist ganz begeistert von der Wattolümpiade.

Wenn der 57-Jährige aus dem Bundesstaat Maryland begeistert von seinen Projekten erzählt, ist es schwer vorstellbar, dass dieser Mann vor mehreren Jahren bereits mit seinem Leben abgeschlossen hatte. Dickson, Vater von drei Kindern, ist von Beruf Klempner und spielte in der Verteidigerposition im Team der Arbutus Big Red in der halbprofessionellen American-Football-Liga. Im Januar 2010 diagnostizierten Ärzte Mandelkrebs im vorletzten Stadium. Als einem der ersten Patienten wurde Dickson in diesem späten Stadium am renommierten Johns-Hopkins-Hospital der Tonsillentumor in einer neunstündigen Operation entfernt. Es folgten zermürbende Behandlungen mit Chemotherapie und Bestrahlung. Zu dieser Zeit lernte Dickson via Facebook den Künstler Jens Rusch aus dem fernen Brunsbüttel kennen, der zur selben Zeit ebenfalls an Krebs erkrankt war.

„Jens ist ein Bruder im Geiste, ein Seelenverwandter“, sagt Dickson über Rusch. Was beide eint: Sie haben ihren persönlichen Kampf gegen den Krebs gewonnen und engagieren sich seitdem in der Krebsberatung, sammeln Spendengelder, betreiben Aufklärung. Vergangenen Freitag startete Dickson zu seinem ersten Deutschlandbesuch, zu dem auch ein mehrtägiger Aufenthalt in Brunsbüttel gehört. In die Schleusenstadt kommt der 1,96-Meter-Hüne mit schwerem Gepäck: Als Gastgeschenk vermacht Dickson dem Krebsberatungszentrum Westküste drei zentnerschwere Granitplatten. Wo die Gedenktafel angebracht werden soll, steht noch nicht fest. Rusch schwebt vor, den Sinnspruch für einen erfolgreichen Kampf gegen die todbringende Krankheit in der Nähe des wattolümpischen Geländes anzubringen.

Von dem Spektakel am Brunsbütteler Elbdeich ist der nach wie vor aktive Footballspieler nämlich ganz begeistert. „Es gibt genug Verrückte auf der Welt. Aber das, was hier passiert, ist eine gute Form von Verrücktheit“, sagt Dickson. Als ein wenig „crazy“ bezeichnet sich auch der 57-Jährige - so will er einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde als ältester semiprofessioneller Footballspieler bekommen. Für seine 800-seitige Biografie sucht er derzeit einen Verleger. Sein Leben hat Dickson dem Kampf gegen den Krebs verschrieben: Als Vorsitzender der von ihm gegründeten Worldwide Cancer Foundation sammelt er Spendengelder für die Krebsforschung. Ein weiterer Schwerpunkt sind Informationsveranstaltungen, bei denen Kindern das ernste Thema nahe gebracht wird. Dabei bedient sich Dickson einer Football-Metapher: „Wenn Footballspieler einen Wettkampf verlieren, dann haben sie einfach dieses Spiel verloren. Wenn Ärzte den Kampf gegen den Krebs verlieren, dann haben sie ein Leben verloren.“ Künftig will Dickson seine Aktivitäten nach Deutschland und China ausweiten.

Bei seinem Besuch in Brunsbüttel steht außerdem ein Besuch der hiesigen Freimaurer-Loge auf dem Programm - sowohl Dickson wie auch Gastgeber Jens Rusch sind Freimaurer. Nach seinem einwöchigen Besuch will der US-Amerikaner gerne nach Brunsbüttel zurückkehren - am Besten dann, wenn gerade Wattolümpiade ist.