Detlev Buck

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Wattolümpiade ist „Das Beste am Norden“

Quelle: DLZ
Kultregisseur Detlev Buck dreht für neue NDR-Kampagne Einspieler im Soesmenhusener Elbschlick

Von Heiko Kroll Brunsbüttel – „Ich warte nur noch auf das Make-up, dann kann das losgehen!“ Die Stimme, die das in reinstem nordischen Dorfakzent am Ufer des Soesmenhusener Elbdeiches ruft, gehört zu Kultregisseur Detlev Buck. Und mit dem „Make-up“ meint Buck eine Hand voll Watt im Gesicht von Anja Widderich, die für die neue NDR-Kampagnen-Serie „Das Beste am Norden ist...“ vor der Kamera steht.

Insgesamt vierzig solcher Trailer, also kurze Einspielungen im Fernsehprogramm des Norddeutschen Rundfunks, dreht Buck im Auftrag des Senders bis zum kommenden Frühjahr. Diese Trailer sollen das Sendermotto „Das Beste am Norden“ transportieren. In ihnen sollen Land und Leute im Norden unserer Republik sowie ihre Besonderheiten dargestellt werden.

Einer dieser kurzen Einspieler wurde Sonntag am Elbdeich gedreht. Buck hat hier die „Wattolümpiade“ als besonderes Merkmal für den Norden fokussiert. Da das Wattspektakel in diesem Jahr bereits stattgefunden hatte, stellten die Olümpia-Macher kurzerhand nochmal ein improvisiertes Fußballteam ins Watt. Bei den „Wattleten“ handelte es sich unter anderem um Akteure der „Heavy Fuel Dreamboys“. Dirk Passarge aus Neufeld und seine Mitstreiter mussten sich am Sonntag wieder und wieder in den Schlick werfen und die Botschaft „Das Beste am Norden ist unser Sport“ ins Mikrofon brüllen. Obwohl der fertige Einspieler nur zwölf Sekunden dauern wird, nahmen die Dreharbeiten den gesamten Sonntagvormittag bis zum Eintreten der Flut in Anspruch.

Detlev Buck (zweiter von Links) mit Mitgliedern des Wattikans

Trotz aller Anstrengungen waren die Filmarbeiten für die Protagonisten im Watt ein riesiger Spaß. Auch dem Regisseur bereitete die schmutzige Arbeit, bei der Material und Personal nicht geschont wurde, sichtliches Vergnügen. Wenn Buck, der die Filmwelt um Werke wie „Karniggels“, „Männerpension“ oder „Sonnenallee“ bereichert hat, sich einem Thema widmet, dann geschieht dies meist mit einer Mischung aus melancholischem, bisweilen philosophischen Ernst und skurrilem norddeutschen Humor, bei dem er mehr auf Situationskomik denn auf Pointen setzt. Man spürt, dass er sein Land liebt. Wenn er sich über das Landleben lustig macht, dann nimmt Buck immer auch sich selbst auf die Schippe. Der 47-Jährige wuchs auf einem Bauernhof in Nienwohld bei Bad Segeberg auf und weiß den ganz eigenen Charme der Nordlichter zu schätzen. „Norddeutscher zu sein ist eine Lebenseinstellung – eine Philosophie. Und das alles hier gehört dazu. Norden eben“, sagt Buck, während er mit einer ausholenden Geste über den Elbdeich, das Watt und das Wasser weist. „Ich bin hier früher oft mit meinen Eltern spazieren gewesen“, das habe seine Verbindung zu diesem Landstrich geprägt. Detlev Buck ist Produzent, Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler. Starallüren scheinen ihm dabei ein Fremdwort zu sein. Die gesamten Dreharbeiten laufen per „Du“ und Buck scheut sich auch nicht, selbst in das dreckige Element zu steigen. Kurzum: Er ist ein authentischer, sympathischer Mann, der kein Wort zu viel und keines zu wenig über die Lippen kommen lässt. Für Initiator Jens Rusch ist das stetig gewachsene Medieninteresse an „seiner“ Wattolümpiade Grund zu tief empfundener Freude. Stellenweise scheint er den großen Erfolg selbst nicht fassen zu können: „Schaut Euch mal an, was daraus geworden ist“, sagte er bei den Dreharbeiten mehr zu sich selbst als zu den umstehenden Personen. Tatsache: Ab jetzt gehört die Wattolümpiade ganz offiziell zum „Besten am Norden“.


Ab 21. August auf Sendung


Der NDR hatte vor einigen Wochen einen Aufruf gestartet, auf den sich Leute melden sollten, die in ihrer Region Beispiele für „das Beste am Norden“ sehen. Witzige, kuriose aber auch gefühlvolle Aussagen über Land und Leute wurden gesucht. „Auf die Watt-olümpiade war Detlev Buck allerdings selbst gestoßen, als er einen Fernsehbericht über die Veranstaltung gesehen hatte“, erläutert Iris Bents, Pressesprecherin beim NDR. Der Einspieler vom Deich geht ab dem 21. August auf Sendung. Er soll dann regelmäßig im Wechsel mit anderen Trailern der Kampagne als Überbrückung zwischen zwei Sendungen ausgestrahlt werden. Bereits am Freitag, 9. Juli, 18.45 Uhr, wird Detlev Buck in der Sendung „DAS!“ über die teils kuriosen Dreharbeiten berichten.

Biographie

Buck wuchs auf dem elterlichen Bauernhof in Nienwohld, Schleswig-Holstein auf und machte zunächst, nach Abitur und Zivildienst, eine Lehre als Landwirt. Noch während seiner Lehrzeit drehte er im Alter von 21 Jahren seinen ersten Film Erst die Arbeit und dann?. Der Film erschien kurze Zeit, nachdem Buck die Aufnahme an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin geschafft hatte, an der er von 1985 bis 1989 studierte. Seine dort entstandenen Filme wurden zum Teil später im Fernsehen oder im Kino gezeigt.

1991 gründete er zusammen mit Claus Boje die BojeBuck Filmproduktion GbR, die ein Jahr später in BojeBuck Produktion GmbH umfirmierte. Diese Firma produzierte seinen ersten Langfilm Karniggels (1991) mit Bernd Michael Lade und Julia Jäger. Einem größeren Publikum schließlich wurde er mit seinem Film Wir können auch anders (1993) mit Joachim Król und Horst Krause bekannt. Der Film erlebte seine Premiere auf derBerlinale 1993 und erhielt eine lobende Erwähnung durch die internationale Jury.

Buck führte bei verschiedenen deutschsprachigen Erfolgsfilmen der 1990er Jahre Regie, darunter Männerpension (mit Til Schweiger, Marie Bäumer und Heike Makatsch), mit dem er seinen Durchbruch hatte. Er tritt in seinen Filmen oft auch als Darsteller auf oder hat Cameo-Auftritte. Buck war in der von Leander Haußmann inszenierten Friedrich Schiller-Verfilmung Kabale und Liebe (TV) zu sehen. Weitere Rollen hatte er in Herr Lehmann (mit Christian Ulmen), Sonnenallee (mit Alexander Scheer, lexander Beyer, Henry Hübchen, Robert Stadlober und Katharina Thalbach), in Blue Moon und in Aimée und Jaguar. Ende September 2005 spielte er eine Hauptrolle in der Komödie NVA von Leander Haußmann.

Von November 2008 bis Januar 2009 fanden die Dreharbeiten zu Detlev Bucks Film Same Same But Different statt, der Liebesgeschichte zwischen einem deutschen Backpacker (David Kross, den Buck schon für Knallhart engagiert hatte) und einer HIV-positiven Kambodschanerin. Das Drehbuch folgt dem autobiografischen Buch "Wohin Du auch gehst" von Benjamin Prüfer.

Buck arbeitet auch als Werbefilmer und ist Geschäftsführer der sich damit beschäftigenden Firma Silbersee Film GmbH. Besonders zu erwähnen sind hier seine zwischen 1994 und 1996 entstandenen Werbefilme für [Flensburger Pilsener, die den für Buck typischen Humor wiedergeben. Ab Oktober 2005 moderierte er zudem auf N24 für einige Monate zusammen mit Journalist und Filmkritiker Knut Elstermann die wöchentliche Sendung Cinematalk, in der aktuelle Filme besprochen wurden. Seit 2005 ist er Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg.

Links und Infos über Detlev Buck


Detlev Buck hat drei Töchter und lebt abwechselnd in Berlin und Nienwohld.

Auszeichnungen

  • 1992: Bayerischer Filmpreis: Nachwuchsregiepreis für Karniggels
  • 1992: Preis der deutschen Filmkritik (Spielfilm) für Karniggels
  • 1993: Deutscher Filmpreis: bestes Drehbuch für Wir können auch anders und beste Kamera für kleine Haie
  • 1994: Goldene Filmspule
  • 1996: Bambi
  • 2004: Deutscher Filmpreis: Bester Nebendarsteller in Herr Lehmann
  • 2006: Berlinale: Preis der Fédération Internationale de la Presse Cinématographique-Jury der internationalen Filmkritiker für Knallhart
  • 2006: Deutscher Filmpreis: Silberne Lola für Knallhart
  • 2007: Deutscher Filmpreis: Bester Kinder- und Jugendfilm für Hände weg von Mississippi
  • 2007: Bayerischer Filmpreis: Bester Jugendfilm für Hände weg von Mississippi
  • 2007: Norddeutscher Filmpreis: Für besondere Verdienste

Filmographie

  • 1984: Erst die Arbeit und dann? (Regisseur, Autor, Darsteller)
  • 1986: Normal bitte (Regisseur)
  • 1987: Worauf wir abfahren (Regisseur)
  • 1987: Eine Rolle Duschen (Regisseur, Cutter)
  • 1988: Was drin ist (Regisseur)
  • 1990: Alles offen (Darsteller)
  • 1990: Hopnick (Regisseur, Autor, Darsteller)
  • 1990: Schwarzbunt Märchen (Regisseur, Produzent, Cutter, Kameramann)
  • 1991: Karniggels (Regisseur, Autor)
  • 1992: Kinderspiele (Darsteller)
  • 1993: Wir können auch anders… (Regisseur, Autor, Darsteller)
  • 1994: Alles auf Anfang (Darsteller)
  • 1995: Bismarckpolka (Darsteller)
  • 1995: Küß mich (Darsteller)
  • 1995: Unter der Milchstraße (Darsteller)
  • 1995: Der Elefant vergißt nie (Regisseur, Autor)
  • 1996: Männerpension (Regisseur, Autor, Darsteller)
  • 1997: Nackt im Cabrio (Darsteller)
  • 1998: Lift (Darsteller)
  • 1998: Candy (Darsteller)
  • 1998: Liebe deine Nächste (Regisseur, Autor, Darsteller)
  • 1999: Aimée und Jaguar (Darsteller)
  • 1999: Sonnenallee (Produzent, Autor, Darsteller)
  • 1999: Der Große Bagarozy (Darsteller)
  • 2000: Flashback – Mörderische Ferien (Darsteller)
  • 2000: Fernes Land Pa-Isch (Darsteller)
  • 2000: LiebesLuder (Regisseur, Autor, Darsteller)
  • 2001: Kuscheldoktor (Darsteller)
  • 2002: Platzangst (Darsteller)
  • 2002: Blue Moon (Darsteller)
  • 2003: Herr Lehmann (Darsteller)
  • 2003: Mein Name ist Bach (Darsteller)
  • 2004: Nacktschnecken (Darsteller)
  • 2004: Liebe süß-sauer – Die Verlobte aus Schanghai (Darsteller)
  • 2004: Der Glückspilz (Darsteller, in der Reihe Edel & Starck)
  • 2005: NVA (Produzent, Darsteller)
  • 2005: Kabale und Liebe (Produzent, Darsteller)
  • 2006: Knallhart (Regisseur)
  • 2007: Hände weg von Mississippi (Regisseur, Darsteller)
  • 2007: Midsummer Madness (Darsteller)
  • 2007: Die Gustloff (Darsteller)
  • 2008: Die Geschichte vom Brandner Kaspar (Darsteller)
  • 2008: 23 Tage – Das YouTube Fantagebuch (Regisseur)
  • 2008: Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe(Darsteller, Produzent)
  • 2008: Der Mond und andere Liebhaber (Darsteller)
  • 2009: Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte (Darsteller)
  • 2009: Contact High (Darsteller)
  • 2009: Same Same But Different]] (Regisseur)

Theater

  • 1997: Die Kameraden von August Strindberg, (Regisseur), Schauspielhaus Bochum

Siehe auch:

Pressespiegel

Quelle: BZ
Quelle: sh:z