Geschichte der Wattolümpiade

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Watt-Credo

Die Geschichte der Wattolümpiaden ist eine Geschichte voller schmutziger Missverständnisse und der Weg zum „Olümp“ war für alle Beteiligten lang undverdammt verschlammt. Heute kennt man das fälschlich als „Touristisches Groß-Event“ bezeichnete Spektakel im Watt der Brunsbütteler Elbmündung als eines der kreativsten Medienspektakel Deutschlands. Zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, darunter auch der „Deutsche Tourismuspreis 2005“ belegen dieses. Kamerafutter für die größten Agenturen, von Reuters, AP und dpa bis hin zu Getty Images und CNN. TV-Teams aus aller Welt, selbst aus dem wattarmen Korea, belohnten das Organisationsteam, den „Wattikan“ für konsequente Inkonsequenz. Der oberste Leitsatz dieses anarchischen Gremiums „Wir dürfen alles und wir müssen gar nichts“ sicherte dem „dreckigen Dutzend“ den Spaß an der Angelegenheit. Respektloser Umgang mit den Medien, bis hin zur kreativen Provokation, riss Redakteure, Fotografen und Lohnschreiber aus dem Büroschlaf. Professionelle Freelancer mit tonnenschweren Kameraausrüstungen besserten ihre Kontostände durch die kuriosesten Alleinstellungsfaktoren der deutschen Fotogeschichte spürbar auf. Die Belege dieser Medienflut, soweit man davon reden darf, denn die Wattolümpiade findet ausschließlich bei Ebbe statt, sind für die Organisatoren oft schwer lesbar. Wer weiss denn, ob die kyrillischen Schriftzeichen, die chinesischen und japanischen Depeschen nicht doch etwas beinhalten, was dem Credo des Wattikans „Schmutziger Sport für eine saubere Sache“ widersprechen könnte?

Der Beginn

Doch wie hatte das eigentlich alles einmal begonnen? Als im Jahre 1977 das Forschungsschiff des Wattpsychologischen Institutes Brunsbüttel, die schlammerprobte „MS Gönn mi dat“ wieder einmal auf einer der Schlick- oder Sandbänke in der Elbmündung trocken gefallen war, warf jemand einen zufällig mitgeführten Ball ins Watt. Das Spiel entwickelte sich binnen weniger Minuten zu einem evolutionären Akt, denn die Spieler gingen sozusagen eine Symbiose mit ihrer Umgebung ein. Schlammüberzogen waren dann auch die Gegner nicht mehr von den eigenen Spielern zu unterscheiden – ein Effekt, den man bis heute eher philosophisch zu nutzen versucht. Der damalige Institutsleiter Dr.h.c.wattpsych Momme Mannüberbord – zu den wattpsychologischen Kampfnamen kommen wir noch – erinnerte sich an eine der allerersten Wattolümpiaden, die sein Freund Hein Hoop in der Eidermündung spontan veranstaltet hatte, um gegen den Bau des Eidersperrwerkes zu protestieren. Im Gegensatz zu diesem Brunsbütteler Watt, das fortan als „Edelwatt“ auch „Watt cremoso“ oder „Watt superbé“ bezeichnet wurde, war dort jedoch der schlammige Grund begehbar , ergo auch bespielbar gewesen. An einigen Küstenflecken der Nordsee wird es sogar mit Pferden beritten oder emsig begolft.

Hier sah die Sache jedoch weitaus dramatischer aus. Nach wenigen Schritten versanken die Spieler, die sich seit diesem historischen Ereignis „Wattleten“ nennen, bis zu den Knien im Urschlamm der Elbe. So könnte man ja eigentlich jede beliebige Sportart, so erkannten die Wattpsychologen, gewissermaßen „modifizieren“. Alles, was an Land salonfähig daherkäme, würde hier nach kürzester Zeit völlig bescheuert aussehen.

Die Olümpiaden der Neuzeit

In den darauffolgenden Jahren wurden dann einige der Wattolümpiaden der ersten Generation durchgeführt. Neben dem heutigen Großereignis machten sich jedoch die mitgeführten Bierkisten und wenige hundert Teilnehmer recht spartanisch aus. Jedoch entwickelte sich wie von selbst etwas zunächst völlig Unbestimmtes: Eine eigene Sprache, das sogenannte „Wattdeutsch“ und daraus ein kreativer Pool, aus dem sich weitere Sportarten entwickeln sollten. „Fischtennis“ mag als Beispiel herhalten, oder der beliebte „Euterball“. Aber auch der Teebeutelweitwurf und das Gummistiefelwerfen haben sich als Einzeldisziplin durchaus bis heute behaupten können. Die Weltöffentlichkeit wollte nun besser über die Ursprünge der ungewöhnlichen Sportarten informiert werden und die Wattikanos lernten, wie man mit der Weltpresse umzugehen hat. Die Ursprünge des Wattfußballs würden darin zu sehen sein, dass sich frustrierte Fischerjungs dadurch abreagierten, dass sie die Korkschwimmer ihrer Netze als Bälle benutzten und die Fischernetze über die Tore hingen. Das könne man heute noch an jedem Fußballtor überprüfen, wennauch die Kenntnis der Ursprünge verlorengegangen seien. Kurzum, man lernte mediengerecht zu flunkern, was das Watt hält. Die Ursprünge des Wattskilanglaufs fände man ohne langes Suchen in den Gewohnheiten der Halligpostboten, die durch die Langlaufskier ein Einsinken im Watt zu verhindern suchten. Jedoch blieben die Skier immer wieder im Schlamm stecken, wo man sie auch steckenließ und nur mit den Skistöckern bewaffnet weiterstapfte. Daraus entstand dann, so behaupten die Wattpsychologen, das sogenannte „Nordic-Watting“ und daraus neuzeitlich eben das „Nordic-walking“. Selbiges hatte im Watt schon bescheuert ausgesehen und würde nun auch an Land kaum deutlich intelligenter wirken.


Diese Urformen der Wattolümpiade hatten keine feste Struktur, waren eher spontan und ein exorbitanter Genuss geistiger Getränke mag sein Übriges zum Niedergangs-Interwall beigetragen haben. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch der vereinzelt aufkeimende Versuch, hiermit viel Geld zu verdienen. Schlamm drüber.

Der Benefiz-Hintergrund

Die Wattolümpiaden der Neuzeit haben ihren Ursprung in einer Intensiv-Station der Kieler Uni-Klinik. Dort war dem Dr. h.c.wattpsych Momme Mannüberbord, der mit bürgerlichem Namen Jens Rusch heißt, ein Zungengrund-Karzinom entfernt worden und die nachfolgenden Monate mit dramatisch daherkommenden Betrahlungs- und Chemotherapien liessen seine Gedanken menetekelartig um folgende Frage kreisen: „Wer sind wir, was wollen wir und was soll das eigentlich alles?“ In diesen Themenkomplex schlich sich die Erkenntnis, dass man ein noch näher zu definierendes Rad ja nicht unbedingt immer wieder neu erfinden müsse und das man den netten Ärzten, die täglich an ihm herumwerkelten, irgendwie besonders deftig so etwas wie Dankbarkeit signalisieren sollte.


Wattstock

Ausgesprochen viel Geld hatte sich mit dem alten Konzept zwar nie generieren lassen, aber möglicherweise ließe sich das ja ändern, wenn man das Konzept ein wenig erweitern würde, durch ein kultiges Rock-Konzert beispielsweise. Wie, das wusste er noch nicht so genau, zumal man dafür ganz sicher einen Haufen Mitstreiter suchen müsste. Ob sein Zustand das überhaupt jemals zulassen würde, stand überdies in reichlich diffusen Sternen. Allerdings stand der Name des Events für ihn bereits fest: „Wattstock“ solle es heißen. Ein Name, der bei einer ganzen Generation Assoziationen wecken müsse, so dachte er jedenfalls zwischen Schläuchen, Morphium und verschwommen wahrgenommenen Geräten, die „Piep“ machten.

Der Wattikan

Der ganz grosse Haufen ist es dann leider nicht geworden, aber er fand in Michael Behrendt, der sich den wattpsychologischen Kampf-oder Ehrennamen Dr. h.c.wattpsych Lasse Leinenlos in kurzer Zeit verdiente und in Oliver Kumbartzky, dem der Ehrenname Dr.h.c.wattpsych Bodo Bodenwelle verliehen wurde, kongeniale Mitstreiter. Beide brachten nicht nur organisatorisches Geschick mit in das schmutzige Spiel, sondern eine chaotische Bereitschaft, die man als Grundvoraussetzung für eine Karriere als Wattpsychologe bezeichnen darf. Das ursprüngliche Credo wurde um den Merksatz „Chaos gehört zum Konzept“ erweitert, womit man eine generelle Antwort auf Kritik und Einwände jeglicher Art im Ärmel hatte.


Credo

Dieses anarchische Credo mag dann wohl auch schrittmachend ausschlaggebend dafür gewesen sein, dass sich weitere „Wattikanos“ völlig unterschiedlichen Alters zu ihnen gesellten. Heute könnte man mit einiger Grosszügigkeit von einem „dreckigen Dutzend“ reden. Völlig neue Fachbereiche wie „Bäckstätsch-Kehtering“ und „Mörtschengdeising“ sorgten für eine bessere Organisations-Struktur.

Aber wie sollte nun das Konzept überhaupt aussehen? Folgende Pfeiler sollten in das träge dahindümpelnde, erwartungsvoll harrende Watt gestellt werden: Das Ganze solle unumstößlich und unmodifizierbar einem Benefiz-Hintergrund dienen. Auf besonderen Wunsch des Verursachers insbesondere der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft. Mit den zu erwirtschaftenden Geldern sollen sichtbar und spürbar die Strukturen für Krebsbetroffene im Regionalbereich verbessert werden. Etwa durch Beratungsstellen. Durch Sponsoren solle die gesamte Veranstaltung schuldenfrei abgesichert beginnen können, es dürfe kein Cent ausgegeben werden, über den man nicht bereits verfüge. Der gesamte Eintrittserlös könne somit in voller Höhe dem Benefiz-Zweck zugute kommen. ( Das Finanzamt hatte man dabei noch nicht im Auge, das kam dann später ins Spiel, als sich die Wattolümpiade zu einem erfolgreichen Groß-Event entwickelt hatte. )

Schmutziger Sport für eine saubere Sache

Sponsoren für solche Dinge zu begeistern, ist alles andere als einfach und allen Mitstreitern des Wattikans war schnell klar, dass man zunächst Überzeugungsarbeit zu leisten hatte. Auch den lokalen Gremien im Rathaus der Stadt Brunsbüttel war das wattpsychologische Konzept für ein schmutziges Großereignis dieser Art zunächst äußerst suspekt. Das änderte sich jedoch schnell, als die Medien über das Spektakel im Schlamm vor der Haustüre herfielen.


In den zurückliegenden fünf Wattolümpiaden wurden über einhundertausend Euro erwirtschaftet. Zwei onkologische Beratungsstellen wurden mit diesen Geldern in den beiden Westküstenkliniken errichtet und weitere Strukturen für den Ausbau der Patientenkompetenz im regionalen Umfeld sind bereits in Angriff genommen.


Es beteiligen sich fast auschließlich Sponsoren an der Absicherung dieses inzwischen uneingeschränkt als „äusserst sinnvoll“ kolportierten Spektakels, denen eine effektive und transparente Verwendung von Benefiz-Erträgen eher am Herzen liegt, als ein Werbeauftritt. Nicht selten, weil man Krebs als dramatisches und leider auch als tödliches Ereignis in der eigenen Firma, im Freundeskreis oder in der Familie miterleben musste.

Diese neue Form des sogenannten „Charity-Sponsorings“ erlebt aktuell eine wohlwollende Medien-Beachtung. Auch dieser Aspekt mag zum Erfolg des außergewöhnlichen Konzeptes beigetragen haben.

Das eigentliche Spektakel

Von diesem engagierten Hintergrund völlig unberührt bleibt jedoch das eigentliche Spektakel im Watt und das in nur fünf Jahren entwickelte Kult-Niveau des Wattstock-Events. Diese Steigerung wurde wesentlich beeinflusst durch die wiederholte Unterstützung einer der bedeutendsten deutschen Rock-Formationen „Fury in the Slaughterhouse“. Persöhnliche Freundschaften und engagierte Weitsicht ermöglichten einen Konzertunfang, der nur noch in einem zusätzlich angemieteten, grossen Zirkuszelt - das einmal dem chinesischen Nationalzirkus gehörte - umgesetzt werden konnte.

Schwierigkeiten mit neuen Sportarten

Schwierigkeiten gab es lediglich bei der Einführung neuer, selbst erfundener Sportarten. Die Umweltschützer der neuen Generation hatte man 1972, als Hein Hoop die erste Wattolümpiade veranstaltete, noch nicht im Planungsgremium, das es im Übrigen auch noch gar nicht gab. Das Beispiel „Aalstaffellauf“ mag als Beispiel dienen:

Der Grundgedanke, simple Staffelhölzer themengerechter durch lebende Aale zu ersetzen, wurde von den Umweltschützern in den eigenen Reihen heftig kritisiert. Auch das Angebot, den jeweiligen Sieger an der Flutmarke freizusetzen, wurde durch die sofort aufkommende Frage, wie denn dann bitteschön mit den Verlierern zu verfahren sei, nicht goutiert. Man bot an, die Rezepte zu deren Zubereitung ausschließlich mit Bio-Produkten ......... Kurzum, man fand in diesem Punkt kein Gehör. Auch das alternative Angebot, ausschließlich Räucher-Aale zu verwenden, wurde mit dem Argument abgeschmettert, dass ja dann das Freilassen an der Flutmarke „reichlich bescheuert“ aussehen würde.

Die Aal-Manufaktur

Am Ende nahte die Lösung aus der Aalmanufaktur Geltorf. Dieses Entwicklungslabor wird von Dr.h.c wattpsych Hartmut Auchgut geleitet und untersteht dem Wattpsychologischen Konsulat Geltorf unter der Leitung von Dr.h.c.wattpsych Steffen Stint. Man entwickelte den sogenannten „Wuhdu-Aal“, der im Wesentlichen aus einem schwarzen Fahrradschlauch in nachmodellierter Aalform besteht, den man mit weichgekochtem Reis füllte. Der Kopf besteht aus einem schwarzen Triebkopf aus dem Hause Beate Uhse, der sich nach bedarf auch anschalten lässt und den Aal in einen ZitterAal verwandelt. Diese seit 2004 standartisierte Disziplin gehört inzwischen zu den beliebtesten wattolümpischen Sportarten.