Krebsinformationstage 2010
Aus Wattopedia

Siehe auch: Krebs-Informationstage mit Anfahrts-Plan!
Inhaltsverzeichnis |
Brunsbütteler Krebsinformationstage
In Kooperation mit der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft veranstaltet der Verein der Freunde und Förderer der Wattolümpiade e.V. Krebsinformationstage mit kompetenten Fachreferenten. Mit dieser Veranstaltung soll das Informationsangebot für Krebsbetroffene und deren Angehörige ausgebaut werden, aber auch für gesundheitsbewusstte Nichtbetroffene, die verstanden haben, daß Information und Vorsorge lebensverlängernd sein kann.
Primäres Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist es, Krebsbetroffenen Mut zu machen.
Die Veranstaltung ist ausdrücklich für Krebsbetroffene - und andere Interessierte gedacht. Selbstverständlich sind auch niedergelassene Ärzte willkommen. Für den einen oder anderen Patienten vielleicht ein gutes Signal, wenn er bei dieser Gelegenheit bemerkt, daß sich sein Hausarzt auch ohne Zertifizierung und Luxusunterbringung für das Wohl seiner Patienten interessiert. Außerdem erführe der Hausarzt bei dieser Gelegenheit, mit welchen Fragen und mit welchem Informationsstand sein Patient demnächst in die Praxis kommen könnte.
Patientenkompetenz
Der Überlebenswille von Krebsbetroffenen ist in ganz entscheidendem Maße davon abhängig, daß Behandlungs-Perspektiven transparent und nachvollziehbar vermittelt werden. Kliniken können für Betroffene Hemmschwellen darstellen, die Gesunde kaum verspüren. Gemeinsam mit der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft betreiben wir seit einigen Jahren Krebsberatungsstellen in den Kliniken in Brunsbüttel und Heide. Darüberhinaus können sich Krebsbetroffene natürlich auch im Internet informieren. Voraussetzung hierfür ist allerdings, daß der Patient auch genau wissen muß, wonach er suchen sollte.
In diesen Veranstaltungen möchten wir Betroffenen auf diesem Wege unterstützen. Information stellt einen wichtigen Teil des individuellen Überlebenskampfes dar.
Rückblicke
Annette Rexrodt von Fircks
Annette Rexrodt von Fircks erzählte dem Publikum der Auftakt-Veranstaltung bewegend aus eigener Betroffenheit, verbreitete jedoch überwiegend Mutmachendes und eine Überfülle an praktischen Ratschlägen. Ihre freundliche und ungekünstelte Offenheit macht sie zum gern gesehenen Talkgast in zahlreichen TV-Sendungen.
Annette Rexrodt von Fircks signiert. Tischmuck: Jiaogulan |
Dirk Hoeft
Der Facharzt für Radiologie hielt einen hochinteressanten Vortrag über das Screening und das Mammobil. Besonders die stetig gesteigerte Fachlichkeit in der Früherkennung durch ein kluges Qualitätssicherungskonzept weckt Hoffnungen für Brustkrebspatientinnen. Aber auch Männer befanden sich im Publikum, die Stellvertreterfragen an den freundlichen Heider Arzt richteten. Zu den Fotos: Darauf legen wir Wert: Nach einem kompetenten Fachreferat bleibt Zeit für ein persönliches Gespräch mit dem vortragenden Arzt, sogar noch für einen informativen Spaziergang in unsere kleine Jiaogulan-Plantage.
Dr. Dieter Mustroph
Die äußerst differenzierte Verabreichung lebenserhaltender Coctails ist Laien sicherlich nicht ohne Entertainment-Qualitäten zu vermitteln. Dr. Dieter Mustroph verstand es vorzüglich, präzises Fachwissen unterhaltsam in Wort und Bild darzustellen. Fotos von Tumor und Narben sind zunächst schockierend, aber erhalten im Zusammenhang mit lebenserhaltender Notwendigkeit eine erweiterte Bedeutung. Trotz schonungsloser Offenheit verstand es Dr. Dieter Mustroph, den Besuchern der gut besuchten Veranstaltung Mut zu vermitteln. Der Beifall war ausgeprägt und verdient.
Prof. Dr. Dirk Rades
Dr. Holger Käferlein
Der Abschlußvortrag von Dr. Holger Käferlein, Oberarzt am WKK Brunsbüttel beschäftigte sich mit Schmerztherapie und der palliativen Versorgung in der Brunsbütteler Klinik. Auch er mußte viele Fragen aus dem Publikum beantworten. "Schmerzfreiheit, Würde und Symptomkontrolle", das sind Kernfragen von Krebsbetroffenen, die ihren eigenen Krankheitsverlauf mit allen Konsequenzen abwägen. Der Vortrag brachte die Veranstalter auf einige Ideen für nachfolgende Vorträge. Diese 2. Brunsbütteler Krebsinformationstage werden also nicht die letzten gewesen sein.
Links zur Ergänzung des Vortrages:
- Image-Film von NRoCK benötigt etwas Ladezeit, ist aber sehr informativ und flott aufgemacht.
- NRoCK Nordeuropäisches Radioonkologisches Centrum Kiel
- Postanschrift:
- NRoCK GmbH
- Wall 55 (sell-Speicher)
- 24103 Kiel
- Telefon: +49 431 200 696-90
- Fax: +49 431 200 696-91
- E-Mail: info@nrock.de
- NRoCK über den Fortgang der Baumaßnahmen auf der Seite der Landesregierung.
In Zusammenarbeit mit der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft
Durch die Benefiz-Events Wattolümpiade und Wattstock wurden bislang über 120 000.- Euro erwirtschaftet. Ein Teil dieses Geldes soll in Kooperation mit der SH-Krebsgesellschaft direkt in unserer Region sinnvolle Verwendung finden. Ziel ist dabei die Förderung von Patientenkompetenz durch ein hohes Informations-Niveau. Aber auch konkrete Unterstützung bei der Ausstattung, beispielsweise von Kinder-Arealen oder Palliativ-Bereichen werden mit den Erlösen der genannten Events bestritten.
Unsere Krebsberatungsstellen
Krebsberatungsstelle Brunsbüttel
- Betreuung: Frau Petra van Teefelen
- Dellbrückstraße 2 (Westküstenklinik Brunsbüttel), Sprechstunde Donnerstag von 15 bis 16:30 Uhr und nach Vereinbarung unter Telefon: 04852 / 980-6593
Krebsberatungsstelle Heide
- Betreuung: Frau Brigitte Reiner
- Krebsberatungsstelle Heide Esmarchstraße 50 (Westküstenklinikum Heide), Sprechstunde Freitag von 15 bis 16:30 Uhr und nach Vereinbarung unter Telefon: 0481 / 785-1110
Kurztexte zu den Referaten
Referat Dr. Mustroph am 12. August
Die Möglichkeiten der tumorgezielten medikamentösen Therapie haben in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Kamen bisher nur Hormontherapien wie beim Brust- oder Prostatakrebs sowie Chemotherapien zum Einsatz, stehen heutzutage sogenannte Targeted Therapys zur Verfügung. Hierbei werden gezielt Rezeptoren an den Tumorzellen blockiert oder Stoffwechselwege abgeschaltet, so dass möglichst unter Schonung der gesunden Zellen der Tumor abgetötet wird. Diese Therapieform steht routinemäßig bei der chronisch myeloischen Leukämie, bei Lymphdrüsenkrebs und beim Brustkrebs zur Verfügung. Neuerdings kommen diese Behandlungsoptionen auch bei Nierenkrebs, dem malignen Melanom und auch bei Magenkrebs in Betracht. Bevor diese Therapien empfohlen werden kann, müssen häufig bestimmte Gewebeeigenschaften am Tumor nachgewiesen werden. Es muß anders gesagt geprüft werden, ob der Tumor auch das Schloß hat, für den der Arzt den Schlüssel hat. Die Therapie wird daher immer individualisierter und häufig schonender. Andererseits wird die onkologische Therapie immer komplexer und für den Laien unübersichtlicher. Dr. Mustroph wird in seinem Beitrag einen für den Laien gut verständlichen Überblick über die heutigen Optionen geben.
Links und Empfehlungen
Videos
Man möge in diesen Videos Diskussionsvorlagen ohne unsere Wertung sehen. Beiträge dieser Art erreichen den Krebspatienten, der sich informieren möchte, auf eben diesem Weg unkommentiert und ungefiltert. Sein Interesse wird dadurch kanalisiert. Es wäre aus unserer Sicht falsch, diesen Aspekt unberücksichtigt zu lassen.
Heute, am Samstag, den 21. August starb Christoph Schlingensief.
[ZDF, Frontal 21, 16. Oktober 2007] - Überteuerte Medikamente, Rabatte für Krankenhäuser oder finanzielle Unterstützung für behandelnde Mediziner - wie die Pharma-Branche und Ärzte abkassieren.
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