Krebsinformationstage 2010

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Siehe auch: Krebs-Informationstage mit Anfahrts-Plan!


So bedankten sich früher zufriedene Patienten bei ihrem Landarzt, mit Naturalien aus Stall und Garten. Dieses Symbol griffen einige der Krebsbetroffenen auf, die in der Brunsbütteler Galerie Rusch auf Einladung des "Wattikans" zwei Wochen lang mutmachende Lesungen und hochkarätige medizinische Vorträge erlebten. Alle Vorträge waren eher auf Betroffene, als auf Mediziner zugeschnitten, dennoch hätte sich Organisator Jens Rusch gewünscht, daß sich auch der eine oder andere Arzt aus der Region unter die Zuhörer begeben hätte: "Und sei es auch nur, um den Patienten ein Interesse an Ihrer Betroffenheit zu signalisieren". Fortbildungspotential wäre in den Fachvorträgen durchaus auch für diese Zielgruppe enthalten gewesen, beispielsweise berichtet Professor Dirk Rades, der stellvertetende Direktor der Klinik für Strahlentherapie an der Uni-Klinik in Lübeck in einem hochkarätigen Beamer-Vortrag über das sensationelle NRock in Kiel. NRoCK wird das erste Zentrum seiner Art weltweit sein, das alle Bestrahlungstechniken, verschiedene Methoden zur Strahlensensibilisierung und die komplette bildgebende Diagnostik unter einem Dach anbietet. Ein optimaler klinischer Ablauf von der Erstdiagnostik über die Therapie bis hin zur Nachsorge ist damit gewährleistet. Mit der Partikeltherapie wird eine besonders schonende und präzise Behandlungsform zur Verfügung stehen. Über die geradezu revolutionäre Verbesserung der Möglichkeiten für Krebspatienten vor unserer Haustür, hielt Prof. Rades einen außerordentlich emotionalisierenden Vortrag, für den alle Anwesenden sich enthusiastisch bei ihm bedankten. Auch die Vorträge des Onkologen Dr. Dieter Mustroph, dem viele der anwesenden Chemotherapie-Patienten bereits im Klinik-Alltag begegneten, Dirk Hoeft, den die Brustkrebspatientinnen aus ebendiesem nüchternen Umfeld kennen und Dr. Holger Käferlein, der über Würde und Schmerztherapie berichtete, fanden in einer völlig ungewohnten Umgebung auch von anderer zwischenmenschlicher Nähe durchsetzt statt. Und genau das ist so bedeutend anders an dieser Veranstaltungsreihe, die von den Machern der Wattolümpiade fortgesetzt werden soll: "Hier handelt es sich zwar um einen lebenswichtigen Informations-Transfer, aber wir bauen gezielt Schwellenängste ab" sagt Jens Rusch. Zwischen bunten Bildern, Eintrittsfrei und völlig ohne Barriere zwischen hochkarätigen Medizinern und Krebsbetroffenen, laufen auch die Dialoge am Rande der Veranstaltung anders ab. Der auf dem Foto dargestellte Dank ist ein schönes Symbol für diese Grundstimmung.



Der Verein der Freunde und Förderer der Wattolümpiade e.V. veranstaltet diese Krebsinformationstage gemeinsam mit der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft.

Brunsbütteler Krebsinformationstage

In Kooperation mit der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft veranstaltet der Verein der Freunde und Förderer der Wattolümpiade e.V. Krebsinformationstage mit kompetenten Fachreferenten. Mit dieser Veranstaltung soll das Informationsangebot für Krebsbetroffene und deren Angehörige ausgebaut werden, aber auch für gesundheitsbewusstte Nichtbetroffene, die verstanden haben, daß Information und Vorsorge lebensverlängernd sein kann.

Primäres Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist es, Krebsbetroffenen Mut zu machen.

Die Veranstaltung ist ausdrücklich für Krebsbetroffene - und andere Interessierte gedacht. Selbstverständlich sind auch niedergelassene Ärzte willkommen. Für den einen oder anderen Patienten vielleicht ein gutes Signal, wenn er bei dieser Gelegenheit bemerkt, daß sich sein Hausarzt auch ohne Zertifizierung und Luxusunterbringung für das Wohl seiner Patienten interessiert. Außerdem erführe der Hausarzt bei dieser Gelegenheit, mit welchen Fragen und mit welchem Informationsstand sein Patient demnächst in die Praxis kommen könnte.

Patientenkompetenz

Der Überlebenswille von Krebsbetroffenen ist in ganz entscheidendem Maße davon abhängig, daß Behandlungs-Perspektiven transparent und nachvollziehbar vermittelt werden. Kliniken können für Betroffene Hemmschwellen darstellen, die Gesunde kaum verspüren. Gemeinsam mit der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft betreiben wir seit einigen Jahren Krebsberatungsstellen in den Kliniken in Brunsbüttel und Heide. Darüberhinaus können sich Krebsbetroffene natürlich auch im Internet informieren. Voraussetzung hierfür ist allerdings, daß der Patient auch genau wissen muß, wonach er suchen sollte.

In diesen Veranstaltungen möchten wir Betroffenen auf diesem Wege unterstützen. Information stellt einen wichtigen Teil des individuellen Überlebenskampfes dar.


Rückblicke

Annette Rexrodt von Fircks

Annette Rexrodt von Fircks erzählte dem Publikum der Auftakt-Veranstaltung bewegend aus eigener Betroffenheit, verbreitete jedoch überwiegend Mutmachendes und eine Überfülle an praktischen Ratschlägen. Ihre freundliche und ungekünstelte Offenheit macht sie zum gern gesehenen Talkgast in zahlreichen TV-Sendungen.

Dirk Hoeft

Der Facharzt für Radiologie hielt einen hochinteressanten Vortrag über das Screening und das Mammobil. Besonders die stetig gesteigerte Fachlichkeit in der Früherkennung durch ein kluges Qualitätssicherungskonzept weckt Hoffnungen für Brustkrebspatientinnen. Aber auch Männer befanden sich im Publikum, die Stellvertreterfragen an den freundlichen Heider Arzt richteten. Zu den Fotos: Darauf legen wir Wert: Nach einem kompetenten Fachreferat bleibt Zeit für ein persönliches Gespräch mit dem vortragenden Arzt, sogar noch für einen informativen Spaziergang in unsere kleine Jiaogulan-Plantage.

Dr. Dieter Mustroph

Die äußerst differenzierte Verabreichung lebenserhaltender Coctails ist Laien sicherlich nicht ohne Entertainment-Qualitäten zu vermitteln. Dr. Dieter Mustroph verstand es vorzüglich, präzises Fachwissen unterhaltsam in Wort und Bild darzustellen. Fotos von Tumor und Narben sind zunächst schockierend, aber erhalten im Zusammenhang mit lebenserhaltender Notwendigkeit eine erweiterte Bedeutung. Trotz schonungsloser Offenheit verstand es Dr. Dieter Mustroph, den Besuchern der gut besuchten Veranstaltung Mut zu vermitteln. Der Beifall war ausgeprägt und verdient.

Prof. Dr. Dirk Rades

NRoCK wird das erste Zentrum seiner Art weltweit sein, das alle Bestrahlungstechniken, verschiedene Methoden zur Strahlensensibilisierung und die komplette bildgebende Diagnostik unter einem Dach anbietet. Ein optimaler klinischer Ablauf von der Erstdiagnostik über die Therapie bis hin zur Nachsorge ist damit gewährleistet. Mit der Partikeltherapie wird eine besonders schonende und präzise Behandlungsform zur Verfügung stehen. Über die geradezu revolutionäre Verbesserung der Möglichkeiten für Krebspatienten vor unserer Haustür, hielt Prof. Rades einen außerordentlich emotionalisierenden Vortrag, für den alle Anwesenden sich enthusiastisch bei ihm bedankten.

Dr. Holger Käferlein

Der Abschlußvortrag von Dr. Holger Käferlein, Oberarzt am WKK Brunsbüttel beschäftigte sich mit Schmerztherapie und der palliativen Versorgung in der Brunsbütteler Klinik. Auch er mußte viele Fragen aus dem Publikum beantworten. "Schmerzfreiheit, Würde und Symptomkontrolle", das sind Kernfragen von Krebsbetroffenen, die ihren eigenen Krankheitsverlauf mit allen Konsequenzen abwägen. Der Vortrag brachte die Veranstalter auf einige Ideen für nachfolgende Vorträge. Diese 2. Brunsbütteler Krebsinformationstage werden also nicht die letzten gewesen sein.

Links zur Ergänzung des Vortrages:

  • Image-Film von NRoCK benötigt etwas Ladezeit, ist aber sehr informativ und flott aufgemacht.
  • NRoCK Nordeuropäisches Radioonkologisches Centrum Kiel
Postanschrift:
NRoCK GmbH
Wall 55 (sell-Speicher)
24103 Kiel
Telefon: +49 431 200 696-90
Fax: +49 431 200 696-91
E-Mail: info@nrock.de
  • NRoCK über den Fortgang der Baumaßnahmen auf der Seite der Landesregierung.


Artikel BZ/DLZ

In Zusammenarbeit mit der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft

Durch die Benefiz-Events Wattolümpiade und Wattstock wurden bislang über 120 000.- Euro erwirtschaftet. Ein Teil dieses Geldes soll in Kooperation mit der SH-Krebsgesellschaft direkt in unserer Region sinnvolle Verwendung finden. Ziel ist dabei die Förderung von Patientenkompetenz durch ein hohes Informations-Niveau. Aber auch konkrete Unterstützung bei der Ausstattung, beispielsweise von Kinder-Arealen oder Palliativ-Bereichen werden mit den Erlösen der genannten Events bestritten.

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Scheckübergabe im Beisein des Schirmherrn Landtagspräsident Torsten Geerdts an den Vorsitzenden der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft am 8. Juli 2010. Damit sind wir bei 120 000.- Euro angelangt.
Artikel BZ/DLZ

Unsere Krebsberatungsstellen

Krebsberatungsstelle Brunsbüttel

Betreuung: Frau Petra van Teefelen
  • Dellbrückstraße 2 (Westküstenklinik Brunsbüttel), Sprechstunde Donnerstag von 15 bis 16:30 Uhr und nach Vereinbarung unter Telefon: 04852 / 980-6593

Krebsberatungsstelle Heide

Betreuung: Frau Brigitte Reiner
  • Krebsberatungsstelle Heide Esmarchstraße 50 (Westküstenklinikum Heide), Sprechstunde Freitag von 15 bis 16:30 Uhr und nach Vereinbarung unter Telefon: 0481 / 785-1110


Kurztexte zu den Referaten

Referat Dr. Mustroph am 12. August

Die Möglichkeiten der tumorgezielten medikamentösen Therapie haben in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Kamen bisher nur Hormontherapien wie beim Brust- oder Prostatakrebs sowie Chemotherapien zum Einsatz, stehen heutzutage sogenannte Targeted Therapys zur Verfügung. Hierbei werden gezielt Rezeptoren an den Tumorzellen blockiert oder Stoffwechselwege abgeschaltet, so dass möglichst unter Schonung der gesunden Zellen der Tumor abgetötet wird. Diese Therapieform steht routinemäßig bei der chronisch myeloischen Leukämie, bei Lymphdrüsenkrebs und beim Brustkrebs zur Verfügung. Neuerdings kommen diese Behandlungsoptionen auch bei Nierenkrebs, dem malignen Melanom und auch bei Magenkrebs in Betracht. Bevor diese Therapien empfohlen werden kann, müssen häufig bestimmte Gewebeeigenschaften am Tumor nachgewiesen werden. Es muß anders gesagt geprüft werden, ob der Tumor auch das Schloß hat, für den der Arzt den Schlüssel hat. Die Therapie wird daher immer individualisierter und häufig schonender. Andererseits wird die onkologische Therapie immer komplexer und für den Laien unübersichtlicher. Dr. Mustroph wird in seinem Beitrag einen für den Laien gut verständlichen Überblick über die heutigen Optionen geben.


Links und Empfehlungen

SelbsthilfeWIKI

Videos

Man möge in diesen Videos Diskussionsvorlagen ohne unsere Wertung sehen. Beiträge dieser Art erreichen den Krebspatienten, der sich informieren möchte, auf eben diesem Weg unkommentiert und ungefiltert. Sein Interesse wird dadurch kanalisiert. Es wäre aus unserer Sicht falsch, diesen Aspekt unberücksichtigt zu lassen.


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Heute, am Samstag, den 21. August starb Christoph Schlingensief.



Krebsinformationstage 2011 und 2012