Palliativ-Zimmer

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Die Übergabe des zweiten Palliativ-Zimmers

Auftrag erfüllt. Foto: Kienitz


Pressetext Dieter Kienitz


Spender ermöglichen zweites Palliativzimmer im Westküstenklinikum Brunsbüttel

Förderverein und Wattolümpiade helfen unheilbar Kranken


Brunsbüttel, 30.04.2012 – Mit Hilfe einer großzügige Spende des Watto-lümpiade-Vereins an den Förderverein des Westküstenklinikums Brunsbüttel sowie weiterer Spender ist der Bau eines zweiten Palliativzimmers ermöglicht worden, der jetzt seiner Bestimmung übergeben wurde. „Wir bemühen uns sehr, die Gelder, die durch unsere Aktivitäten hereinkom-men, in der Region zu belassen“, sagte Jens Rusch stellvertretend für den Wattolümpiade e.V. Das Geld des „Wattikan“ bildete den Grundstock der Finanzierung von entsprechenden Umbaumaßnahmen. Insgesamt beteiligt sich der Förderverein mit 30.000 Euro an den Kosten in einer Gesamthöhe von 35.000 Euro.

„Wir danken herzlich für die Schecks des Wattolümpiade-Vereins und der anderen Spender“, freute sich Jutta Dohr, 1. Vorsitzende des Fördervereins. Auch Axel Schultz, Kaufmännischer Leiter des WKK Brunsbüttel, betonte die Bedeutung der Spenden, ohne die der Umbau kaum möglich gewesen wäre. „Das Zimmer wird dringend gebraucht, da wir zunehmend Patienten aus dem Bereich der Palliativmedizin zu versorgen haben“, sagte Schultz bei der Präsentation des Zimmers.

Für die Ausgestaltung des Zimmers war eine kleine Arbeitsgruppe aus Experten gebildet worden, die die Details festgelegt hatte. Dabei entstand ein freundlich ausgestatteter Raum mit zusätzlichem Sanitärbereich, Bildern, einer Stereo-Anlage und einem Sofa. „Wir haben Wert darauf gelegt, trotz der Notwendigkeiten wie zum Beispiel der Hygiene, eine häusliche Atmosphäre zu schaffen, bei der die Angehörigen die letzten verbleibenden Tage mit dem Patienten verbringen können“, erläuterte Schwester Nicolle Wenzelberg, die als ausgebildete „Palliative Care Nurse“ für diesen Bereich zuständig ist.

Im Rahmen der Vorstellung des Zimmers wies Jens Rusch auf eine neue Aktion des Wattolümpiade-Vereins hin, der letztendlich Krebskranken in der Region zugute kommen soll: Gegen eine Spende von fünf Euro oder mehr werden zum Beispiel an der Rezeption des Westküstenklinikums grüne Gummiarmbänder ausgegeben, die die Solidarität mit der Wattolümpiade und damit auch mit den Zielen des Vereins demonstrieren. Weitere Informationen dazu unter www.wattoluempiade.de.

Info: In der Palliativmedizin bzw. Palliativpflege werden Menschen behandelt, die unheilbar krank sind – z. B. aufgrund eines schweren Krebsleidens – und nur noch eine kurze Lebenserwartung aufweisen. Im Vordergrund stehen dabei die Schmerzbehandlung und die psychisch-soziale Betreuung.

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Bildunterschrift: Freuten sich über den erfolgreichen Umbau: (stehend v. li.) Jens Rusch, Oliver Kumbartzky, Dieter Wölfert (alle Wattolümpiade e. V.), Rolf Hein (Brunsbüttel hilft), Ruth Mengel (Pflegedienstleitung), Axel Schultz (Kaufmännischer Leiter) - (sitzend v. li.) Jutta Dohr (WKK-Förderverein), Palliativ-Schwester Nicolle Wenzelberg, Karin Süfke (WKK-Förderverein). (Foto: WKK / Kienitz)

Über die Westküstenkliniken Die Westküstenkliniken Brunsbüttel und Heide (WKK) bilden das wichtigste medizinische Zentrum an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste und sind zugleich drittgrößtes Gesundheitsunternehmen des Bun¬deslandes mit insge-samt 784 Klinikbetten. Das Westküstenklinikum Heide ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Universitäten Kiel, Lübeck und Hamburg und verfügt zu-dem über ein Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen. Als Kranken-haus der Schwer¬punkt¬versorgung mit 644 Betten versorgt allein das WKK Heide mit seinen 16 Kliniken und Instituten jährlich rund 26.000 Patientinnen und Patienten stationär und teilstationär sowie etwa 30.000 ambulant. Mit rund 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind die Westküstenkliniken Brunsbüttel und Heide gGmbH größter Arbeitgeber der Region. Informationen im Internet unter www.westkuestenklinikum.de und www.bildungszentrum-wkk.de

Weitere Informationen: Westküstenkliniken Brunsbüttel & Heide gGmbH, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Doris Büttner-Drews, Tel.: 0481 / 785-1018, Fax: 0481 / 785 1009, dbuettner-drews@wkk-hei.de

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Palliativ-Station

Wattolümpiade: Erlös geht an Klinik
Die Einnahmen des Spektakels sollen dem Klinikum, speziell dem Palliativbereich, zugute kommen.


Es ist eine dreckige Sache für einen sauberen Zweck: Die Wattolümpiade, die seit vielen Jahren hinter dem Brunsbütteler Deich ausgetragen wird. Mehr als 120 000 Euro sind inzwischen zusammengekommen. Geld, das regelmäßig der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft gespendet wird. In diesem Jahr soll ein Großteil des Erlöses eine ganz konkrete Verwendung finden. Mit den Mitteln soll die palliative Versorgung an der Westküstenklinik in Brunsbüttel unterstützt werden. Genauer: Es soll mindestens ein zweiter Raum geschaffen werden, in dem Todkranke betreut und behandelt werden können. „Das haben wir im Vorstand beschlossen und anschließend mit der Krebsgesellschaft abgestimmt“, sagt Jens Rusch, der dem Vorstand des Wattspektakels, dem Wattikan, angehört und sich besonders um diesen Bereich kümmert.

Wie wichtig ein weiteres Palliativ-Zimmer ist, erklärt Dr. Henrik Herrmann, Chefarzt der Inneren- und Geriatrischen Abteilung am Westküstenklinikum Brunsbüttel. „Es gibt allein in Schleswig-Holstein jährlich 24 000 neue Krebserkrankungen, etwa ein Drittel davon verläuft tödlich.“ Und es wird erwartet, so der Mediziner, dass sich die Zahl bis 2020 verdoppelt. „Da spielt eine wohnortnahe, stationäre Versorgung eine wichtige Rolle“, so Herrmann. Und die sei im Bereich der Palliativmedizin durchaus ausbaufähig. Aus diesem Grund hat der Wattikan auch keine Vorgaben und Begrenzungen gemacht. „Sie schreiben auf, was Sie brauchen und dann sehen wir, was machbar ist“, sagt Jens Rusch an den Chefarzt gerichtet.

Neben der medizinischen Einrichtung wie einem Mobilitätsstuhl sei in den Zimmern auch die weitere Ausstattung entscheidend, erklärt Anja Praez, eine von drei Palliativschwestern am Standort Brunsbüttel. Fernseher, CD-Spieler und ein Zimmerspringbrunnen sollen eine angenehme Atmosphäre schaffen, Blumen an den Wänden und eine dichte Jalousie tragen zusätzlich zum Wohlbefinden der Patienten bei. „Es geht bei uns nicht darum, die letzten Stunden zu verbringen“, stellt Dr. Henrik Herrmann klar. Es handele sich nicht um einen Sterberaum. Es gehe aber auch nicht mehr um die Heilung der Patienten. „Unser Augenmerk liegt darauf, die Symptome zu lindern und dafür gibt es keine Standards wie bei der Behandlung von bestimmten Krankheiten“, so Praez. Für jeden müsse eine individuelle Lösung gesucht werden, „und die kann sich auch von Stunde zu Stunde ändern“, beschreibt die Palliativschwester. Und Petra van Teeffelen von der Krebsgesellschaft Schleswig-Holstein fügt hinzu: „Es ist durchaus gewollt, dass wir die Patienten hier stärken, damit sie in der häuslichen Umgebung sterben können.“

„Wichtig ist, dass sich Krebskranke in der letzten Phase nicht allein gelassen fühlen“, sagt Jens Rusch. Und dafür will der Wattikan einen weiteren Beitrag leisten. Mit dem Engagement habe man sich ein Stück weit zum Pulsmesser für die Region gemacht und diese Aufgabe nehme man an, erklärt Rusch. Dabei übernehme man auch die Bedarfsanalyse, und die zeige manchmal „eklatante Mängel“. Durch die Aktivitäten im regionalen Umfeld wolle man dazu beitragen, diese zu beseitigen. So sei für Betroffene und Angehörige, aber auch für Unterstützer und Sponsoren spürbar und überprüfbar, was mit den Geldern passiert. In der Vergangenheit haben die Veranstalter der Wattolümpiade neben den Krebsberatungsstellen an den beiden Standorten der Westküstenkliniken, Brunsbüttel und Heide, auch die Krebs-Informationstage ins Leben gerufen, die in diesem Jahr vom 19. bis 27. August stattfinden.

Quelle: Sönke Rother shz

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