Vorwort

Aus Wattopedia
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Watt-Zitate

Dieses Lexikon zur Wattolümpiade ist für Vertreter/innen der schreibenden Zünfte ein sicherlich willkommener Steinbruch von Wortspielen und Zitaten. Ihr dürft Euch gern darin bedienen. Wer nicht so viel Zeit zum Suchen hat, wird am Schnellsten hier fündig:


Tausend neue Brüder (43. Hofer Filmtage) - Rainer Gansera

Erfreulich reichhaltig und vielgestaltig war die Palette der Dokumentationen. Wenn es so ist, dass sich die Welt heute als krisengebeuteltes globales Dorf darstellt, in dem immer mehr Menschen zu verlorenen Außenseitern gestempelt werden und archaische Clans die Macht übernehmen, dann muss offenbar die Kunst den Part der Rettung vor den Höllen dieser Welt übernehmen. Jedenfalls waren es die Dokumentationen über Künstler und künstlerische Projekte, die das Gefühl erzeugen konnten, dass Dinge wie Glück, Gelingen und humane Festlichkeit möglich sind.

Das kongeniale Einschwingen in den Geist eines Projekts charakterisiert auch Frank D. Müllers Dokumentation „Meerkampf. Watt?”. Es geht da um ein surrealistisch versponnenes Festival-Projekt, das in der Nähe von Brunsbüttel veranstaltet wird und sich „Wattolümpiade” nennt.

Der Initiator, der an Krebs erkrankte Künstler Jens Rusch, hat sich Nietzsches Diktum, dass der Künstler der Zukunft zum „Feste-Erfinder” werden müsse, zu Herzen genommen: das karnevaleske Fest als Gegenmittel zur Krankheit, als Feier des Lebens.


Participantes de las “Olimpiadas del barro” juegan al fútbol. Celebradas en Brunsbuettel, Alemania, estas “olimpiadas”, donde se practica fútbol, balonmano y vóleibol en el barro, se trata de una obra benéfica para apoyar la lucha contra el cáncer.

Richtig schmutziger Sport für eine saubere Sache

Das ist das Motto des medienwirksamsten Benefiz-Events südlich von Hammerfest. Hunderte, vielleicht sogar tausende, wenn nicht sogar dutzende von Wattsport-Anhängern treffen sich alljährlich zur Auftaktveranstaltung dem legendären "Wattstock-Event" und bereiten sich auf die WATTOLÜMPIADE am tidengünstigen Brunsbütteler Sonntag vor. In dieser Wattenzyklopädie "Wattopedia" werden erstmals sämtliche Teilaspekte eines komplexen Benefiz-Events lexikalisch aufgearbeitet. Ein Mammut-Projekt, denn rund um das Wattpsychologische Institut ist ein eigener Kosmos entstanden, der ständig komplettiert werden soll. Und genau hierfür brauchen wir auch Deine Mithilfe! Dein wattolümpisches oder wattpsychologisches Fachwissen wird es sein, welches dieses Kompendium mit dem unschlagbaren Alleinstellungsanspruch erst zu hoher Blüte treiben wird. Also: Registrieren und komplettieren. Du kannst das! ( Ju kenn du ) Für Pressefuzzis, die ihre Kamera vergessen haben, gibt es kostenlose Pressefotos!




19. Juni 2009 Ein kleiner Schritt ins Watt, jedoch ein grosser Schritt für die Weltpresse und alle fachlich an der Wattolümpiade interessierten Weltbürger: Es ist dem Präsidenten des Vereins der Freunde und Förderer der Wattolümpiade e.V. gelungen, den Rahmen für ein organisch wachsendes Nachschlagewerk zu schaffen, das dazu beitragen wird, das Wissen um Wattpsychologie und Wattsport endlich aus der Schmuddelecke zu zerren. Dr. h.c. wattpsych Lasse Leinenlos schafft hiermit aber lediglich die schmutzige Plattform - mit Inhalten füllen sollt Ihr das wattolümpische Lexikon gefälligst selbst.

Wir werden in den kommenden Wochen die Seiten für praktisch jede Manschaft glorioser Wattleten und Wattletinnen grob vorgeben. Und dann seid Ihr dran! Registriert Euch und dann stellt Euch auf EURER Wattleten-Seite selbst vor, nennt Roß und Reiter beim Namen und zeigt der Welt, wie Ihr vor dem Spiel und danach ausgesehen habt oder glaubt, aussehen zu werden.

Traut Euch, wir verkaufen Euch keine Waschmaschine und Ihr erhaltet keine Einladungen zu einer Butterfahrt oder ins Rheumadeckenparadies Walsrode. Will sagen: Wir kennen nix Kleingedrucktes. Wir sagen es mit Obama: Ju kenn du! ( Nur im Gegensatz zu den Amerikanern schreiben wir das auch richtig!)

Für die Pressefuzzis: Auf speziellen Seiten für Euch, die Ihr bislang noch ohne fette Kameraausrüstung angetanzt seid, richten wir eine Seite mit Koppireit-freien Fotos in großer Auflösung ein, die Ihr dann mit guten Gewissen ( und wann habt Ihr das schon mal ) verwenden könnt, wenn Ihr artig die bekannten Urheber nennt, oder zumindest auf unsere Hauptseite der Wattolümpiade verlinkt, wie sich das gehört.

--Momme Mannüberbord 08:39, 19. Jun. 2009 (CEST)

Statement

Der Krebs ist ein Kriegsherr, der seine Gefangenen hilflos macht und oft grausam zu Tode foltert. Besser kann ich das nicht ausdrücken. Mir kam während meiner eigenen Tortour immer wieder die Szene aus dem Film von Ridley Scott in Erinnerung, als sein „Alien“ im Bauch des Astronauten rumort und schließlich die Magenwand durchbricht um „geboren“ zu werden. Nie wurde eine passendere Metapher für Krebs geschaffen und es war ein Filmemacher, kein Arzt oder Wissenschaftler, der latente Ängste auf geniale Weise transformierte.

Das ist deshalb so ungeheuer wirksam, weil man damit an verdrängte, individuelle Angstvisionen appellieren kann.

Daher gilt eines der Hauptanliegen unseres Engagements eben auch dem Abbau dieser Verdrängungsmechanismen, die sich um den Umgang mit Krebs und Krebsbetroffenen entwickelt haben.

Wie aber erreicht man Menschen, deren psychologisches Schutzschild, deren Verdrängungspotential ja nicht grundlos eine Selbstschutzfunktion ausführt?

Wir fassten vor sechs Jahren den waghalsigen Entschluss, diese Extreme in ihr absolutes Gegenteil zu kehren: In Spaß und Ausgelassenheit, in kuriose Kreativität, in pure Vordergründigkeit.

Wir waren unsicher, ob das verstanden werden würde, denn der Nutzen für die Krebsbetroffenen sollte konsequent hintergründig verlaufen. Ein fragiler Balance-Akt, der jedoch bestimmend für Akzeptanz und Unterstützungsbereitschaft werden könnte.

Genau diesen Aspekt zu illuminieren hat sich der Filmemacher Frank D. Müller zur Aufgabe gemacht – und war sich bis zum Abschluss der Schneidearbeiten des Kino-Films Meerkampf. Watt? unsicher, ob er diesem Anspruch gerecht werden könnte.

Wie bringt man die rund um den Erdball kolportierten Fotos und Filmszenen von schlammverschmierten „Wattleten“, von semierotischen Watt-Sufragetten und Schlammfetischisten mit diesem ernsthaften Anliegen in Einklang? Wie kann die chaotische Sprachregelung der Organisatoren, des sogenannten „Wattikans“, können verrückte Sportarten wie „Aalstaffellauf“ oder „Fischtennis“ eine Unterstützungsbereitschaft bei Skeptikern entfachen?

Es scheint zwischen diesen Aspekten eine unüberwindbare Kluft zu geben, eine Nichtdarstellbarkeit.

Müller scheint den einzigen Weg gefunden zu haben. Es sind die Personen, in deren Köpfen die Pole sich zusammenfinden. In diesem minimalistischen Schmelztigel lokaler Kreativität scheinen die Widersprüche aufgehoben, hat sich eine positive Spiegelfechterei mit dem Damoklesschwert „Krebs“ seinen Weg gesucht.

Frank D. Müller gewann das Vertrauen der Beteiligten und sie ließen ihn in ihre mentalen Intimbereiche, verhüllten auch dort kein Lindenblatt im Drachenblut.

Sein Stilmittel, ein lockerer Reportagecharakter, erleichterte den Beteiligten die Selbstdarstellung. Einige der Mitstreiter leben inzwischen bereits nicht mehr, ihnen bleibt eine Premiere leider versagt. --Momme Mannüberbord 08:51, 19. Aug. 2009 (CEST)

Unsere Auffassung von Benefiz

 Die Ansprache unmittelbar vor dem Fury-Auftritt

"Liebe Freunde der gepflegten Kammermusik und des schmutzigen Sports....

Es fällt mir ein wenig schwer, die Euphorie dieses wunderbaren Wattstock-Abends mit dem ernsten Thema, das ich jetzt ansprechen möchte - das ich ansprechen muss- ein klein wenig zu dämpfen. Ich verspreche, mich kurz zu fassen.

Foto:Robert Geipel. Links Oliver Kumbartzky. Jens Rusch spricht an.

Viele von Euch wissen sehr genau, wie brachial die Diagnose "Krebs" einen Menschen trifft. Viele von Euch kennen das sogar verdammt genau. Ich habe mehr als zwei Dutzend unter Euch gesehen, von denen ich weiss, dass sie selbst betroffen sind. Statistisch gesehen haben aber vermutlich viel mehr zumindest im Freundes- oder Bekanntenkreis bereits jemanden leiden oder sterben sehen.

Ihr wisst also, weshalb ich Euch diese kleine Ansprache halte.

Hinter all dem gloriosen Spaß, den wir morgen im Elbschlick bei der Wattolümpiade erleben werden und hinter all der wunderbaren Musik, die wir heute beim Wattstock-Konzert hören, steht unser Anliegen, möglichst viel Eintritt für die Krebsgesellschaft Schleswig-Holstein zu sammeln.

Ihr wisst, dass auch ich Krebs habe und das Glück, diesen bereits sieben Jahre überlebt zu haben. Nun gehöre ich nicht zu den Menschen, die sagen würden "Ich hatte Krebs", den ich bin der Überzeugung, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ein Tumor sich einen neuen Weg sucht, bis man erneut vom Krebs befallen wird, bis man stirbt. Deshalb sage ich immer "Ich habe Krebs" und ich weiss, dass es nur eine Frage der Zeit ist..

Aber genau das ist für mich der Punkt: Es kommt darauf an, wie man diese Zeit nutzt. Und ich habe das gute Gefühl, dass ich meine geschenkte Zeit sehr sinnvoll genutzt habe, weil ich Freunde und Mitstreiter gesucht und gefunden habe, die dieses Benefiz-Event auf die Beine gestellt haben.

Wenn Ihr Euch umschaut, seht Ihr die Banner unserer Sponsoren, die dieses Benefiz-Event ermöglichen, viele von ihnen seit fünf Jahren. Und ich versichere Euch, unter ihnen ist keiner, dem ist ausschließlich darum geht,hier Werbung für sich oder sein Produkt zu machen. Alle Sponsoren haben vielmehr begriffen, dass das, was wir hier machen, äusserst sinnvoll ist.

Wir werden voraussichtlich an diesem Wochenende die einhunderttausend Euro-Grenze knacken - und danach werden wir sehen, wieviel uns dass Finanzamt davon noch spenden lässt. Bislang haben wir zwei onkologische Beratungsstellen in den Westküstenkliniken mit den Erlösen eingerichtet und finanzieren diese auch voll, außerdem unterstützen wir den Ausbau der Palliativmedizin in Dithmarschen, weil wir der Meinung sind, dass der, der keine Chance mehr hat, wenigstens schmerzfrei sterben soll. Und seit zwei Wochen ist unser Forum für Patientenkompetenz in Dithmarschen online, weil wir der Meinung sind, dass Krebsbetroffene anders denken und anders fragen, als Mediziner oder Forscher, denn schließlich geht es ihnen um ihr Leben. Nicht mehr und nicht weniger. (Das Forum mußte inzwischen leider wieder geschlossen werden. Anm. d.R.)

Wir werden auch weiterhin in dieser Region Strukturen aufbauen, die aus der Sicht der Betroffenen einen hilfreichen Sinn ergeben.

Und jetzt werden wir gemeinsam den Auftritt einer der besten deutschen Rockgruppen genießen, die sehr früh unser Anliegen verstanden haben und uns mit ihrem zweiten Auftritt bei Wattstock unterstützen: Fury in the Slaughterhouse !"

   Jens Rusch hielt seine Ansprache ohne Manuskript in freier Rede. 
   Es kann also sein, dass dieses Gedächtnis-Protokoll geringfügig abweicht. 
   Die Ansprache wurde mehrmals durch Beifall unterbrochen.