Wattolümpiade

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Was ist die Wattolümpiade ?

Am letzten August-Wochenende 2009 geht das spektakulärste Jahres-Event an der schleswig-holsteinischen Elbmündung in die nunmehr sechste Runde: die Brunsbütteler Wattolümpiade. Wattleten aus aller Herren (Bundes-)Länder werden dann wieder um olümpisches Edelmetall kämpfen. Die Schirmherrschaft hat auch in diesem Jahr der schleswig-holsteinische Landtagspräsident Martin Kayenburg übernommen.

Das „ü“ im Namen deutet schon darauf hin, dass im „Olümpischen Dorf“ Brunsbüttel alles ein bisschen anders ist, als das, was man von Olympiaden sonst kennt. So werden herkömmliche Sportarten wie Handball und Fußball sowie traditionelle Küstendisziplinen wie Aalstaffellauf, Gummistiefelweitwurf und Nordic Watting auf der mit Abstand schlickigsten Fläche der Republik ausgetragen. Es gibt richtig schmutzigen Sport zu sehen – und das ganz ohne Doping.

Das lockt nicht nur Fans und Sportler an, sondern auch die Weltpresse. So gehen die Bilder von der Wattolümpiade regelmäßig um den Globus - wie 2006, als die Wattleten eine Woche vor der FIFA-WM unter anderem um den Titel des Fußballwattmeisters kämpften. Bei der Wattolümpiade 2008, die wenige Tage vor den olympischen Spielen in Peking stattfand, war es ähnlich. Schließlich will die Welt aufrichtigen und richtig schmutzigen Sport erleben.

In den zurückliegenden fünf Jahren traten rund 2.000 Wattleten bei der Wattolümpiade an. Und auch Teams aus dem Ausland nehmen gern die Reise nach Brunsbüttel auf sich, um dabei zu sein. So gehen in diesem Jahr wieder die Titelverteidiger aus Dänemark an den Start. Zudem hat sich die Belgische Matschfußball-Nationalmannschaft angekündigt, die mit 45 Wattleten samt Fanclub anreisen wird.

Wattkampfleiter Oliver Kumbartzky bringt das Erfolgsgeheimnis der Veranstaltung auf den Punkt: „Es gibt eben zwei Arten von Menschen: die, die sich gerne dreckig machen und dabei jede Menge Spaß haben – und die, die jede Menge Spaß daran haben, wenn andere sich dreckig machen. Wir sprechen beide Gruppen an.“

Was sich nach jeder Menge Quatsch im Matsch anhört, hat durchaus einen ernsthaften Hintergrund: Mit den Eintrittserlösen, die bei der Wattolümpiade und dem Wattstock-Festival am Vortag erwirtschaftet werden, finanzieren die Veranstalter unter anderem Beratungsstellen der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft e.V. an der Westküste. „Schmutziger Sport für eine saubere Sache eben“, erläutert der Präsident des Wattolümpischen Komitees, Michael Behrendt.

Sämtliche Kosten, die bei der Durchführung der Veranstaltung anfallen, werden durch Sponsoren gedeckt. Zudem engagieren sich alle Akteure ehrenamtlich. So kam bei den vergangenen fünf Wattolümpiaden mehr als 100.000 Euro zusammen!

Diese Summe soll 2009 weiter anwachsen – nicht nur, um das Beratungsangebot der Krebsgesellschaft in der Region zu stärken, sondern auch, um die Etablierung einer stationären palliativmedizinischen Versorgung in Dithmarschen zu unterstützen.

Weltpresse

Eine winzige Auswahl aus Hunderten, Tausenden, wenn nicht sogar Dutzenden von Artikeln in der Weltpresse. Berge von Printmedien, kaum ein TV-Sender, der nicht über die Wattolümpiaden berichtet hätte - unmöglich, diese alle zu archivieren. Von CNN ( Sportnachrichten) bis hin zu einem koreanischen, extra angereisten Fernsehteam. Absolut KEINES der Dithmarscher Events hat auch nur eine annähernd vergleichbare Resonanz in den Medien rund um den Globus hervorgerufen.


Der Spiegel sieht das in seiner internationalen Online-Ausgabe so:

The event, which has become famous even outside Germany, was inspired by an accident. A couple of sailors whose boat became wedged in the mud of the Elbe River decided to pass the time by playing football. The match may not have been particularly aesthetic or clean, but it was a lot of fun. It developed into the Mud Olympics, which now attracts around 6,000 spectators every year.

Der Text stammt von Stephan Orth, einem definitiven Kenner unserer schmutzigen Materie.